.....nur ein Tropfen Wasser .....
verdampfend auf einem heißen Stein!
Bewegend aber auf einem See, neue Kreise bildend
Dies ist die Geschichte von OLGA und IGOR, zweier junger Menschen, denen es nicht vergönnt war, zusammen zu kommen. Der frühe Tod von Igor Niels Kreinig und die unerfüllte Liebe der beiden animierten andere, Tropfen in einem See zu sein, Kreise bewirkend...
Märchen beginnen oft mit „es war einmal“, und meist folgt eine Geschichte über Glück oder Unglück. Selten aber beginnt ein Märchen mit einem Tod- und endet mit einer großen Idee. Doch Igor’s Tod brachte es fertig, eine neue Art Märchen heraufzubeschwören, ein Wintermärchen, das wie folgt seinen Anfang nahm:
Igor Niels Kreinig – begeisterter Biologiestudent, mit den Hobbies Tauchen, Unterwasser-Rugby, Malen, Dichten, hatte sich vorgenommen, die atomaren Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe auf die Uferbepflanzung des Baikalsees zu untersuchen.
Im Februar 1993 reiste er nach Russland, um dort Kontakte für das Projekt zu knüpfen. Hier traf er in der Moscow International Film School (MIFS) auf Olga und beide verliebten sich ineinander. Die wenige Zeit, nur 48 Stunden, die sie miteinander verbrachten, reichte aus, in ihnen den Wunsch zu einem gemeinsamen Leben zu wecken.
Doch dann verunglückte Igor. Am 16.5.1993 ertrank er zusammen mit seinem Freund Christian beim Tauchen in der Hallstätter Kesselhöhle – zum Entsetzen seiner ganzen Familie und der seines Freundes– zum Entsetzen von Olga.
Und doch.. da passierte etwas mit Igors Eltern und mit Olga. Die Stimme Olgas am Telefon, ihre Verzweiflung, bewegte die Herzen von Igor’s Eltern so, dass sie Olga nach Wien einluden zum Kennenlernen. Mit dieser Bereitschaft, sich auch um den Kummer eines wildfremden Mädchens zu kümmern, kamen wundersame Dinge in das Leben der Familie Kreinig und von Olga.
Durch Olga entstanden Verbindungen nach Moskau und Russland. Durch den Verkauf von handbemalten russischen Märchen-Matrijoschkas (Puppe in der Puppe) an verschiedenen Weihnachtsmärkten konnten russischen, behinderten und mittellosen Kindern Kunstunterricht finanziert werden und so ihr Leben bereichert werden.
So beschloss die Familie Kreinig, angeregt durch den Verlust des geliebten Sohnes, anderen jungen Menschen zu helfen, Kinder und Jugendliche zu fördern.
Im Jahr 1999 wurde die IGOR NIELS KREINIG INTERNATIONAL ARTS ACADEMY in Moosburg (Kärnten) veranstaltet – ein Pilotprojekt für russische, amerikanische und österreichische Jugendliche mit dem Ziel – Jugendlichen durch die Kunst und im Theaterspiel die Möglichkeit zu geben, andere Völker, Sprachen, Gewohnheiten kennen zu lernen, in Toleranz und Frieden Freundschaften zu schließen und sich bewußt zu machen, wie wichtig der multikulturelle Austausch auf der Schwelle des neuen Jahrtausends ist.
Es sollte aber auch ein Treffen der Besinnung sein, um aufzuzeigen, dass aus dem Tod heraus neue Ideen entstehen können und dass aus diesem Entstehen das Entsetzen über das Ableben eines solch jungen Mannes der Tod seinen Schrecken verliert und der Sinn des Lebens trotzdem erfüllt ist.
Das soziale Engagement blieb weiterhin ein wichtiger Bestandteil im Leben der Familie Kreinig. So beschlossen sie im Jahr 2005, den Weihnachtsmarkt im Österreichischen Theatermuseum, im Palais Lobkowitz, bei dem sie selber einst die Puppen aus Igor’s Moskau verkauft hatten, wieder zu beleben. Nicht, um damit Geld zu verdienen, sondern, um durch ihr Engagement andere Personen zu begeistern, sich in der oft stressigen, vorweihnachtlichen Zeit dem Sinn des Festes der Liebe und des Lebens wieder bewusst zu machen.
Jedes Jahr wird seitdem ein spezielles Projekt im Sozial- oder Behindertenbereich ausgewählt. Jeder Aussteller des Weihnachtsmarktes gibt einen Obulus ab zur Unterstützung für dieses Projekt. Die Erträge aus dem Kaffee- und Punschstand fließt dem ausgewählten Projekt zu und der „Spendeneuro“ als Eintrittsbeitrag von jedem Besucher hilft, ausreichende Beträge für die Projekte zu erhalten. Das Österr. Theatermuseum unter Dir. Trabitsch hilft mit, indem während des Weihnachts- und Kunsthandwerksmarktes für diesen Spendeneuro das gesamte Museum mit den jeweils aktuellen Ausstellungen gratis besichtigt werden darf.
So konnte 2005 in einem Montessori-Kindergarten und Volksschule in Graz ein ganzer Raum neu gestaltet werden und die Kinder erhielten einen Abendteuerspielplatz.
Im Jahr 2006 wurde die Karl-Schubert-Schule unterstützt, die sich eine Behandlungsliege sowie etliche Therapiestunden von den Spenden leisten konnten.
Im Jahr – 2007 - wurde die Finanzierung von 2 Projekten geplant und zwar sollte es einem Jugendlichen aus Ungarn, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde, ermöglicht werden, jeden Tag zu einer Heilpädagogin gebracht zu werden, um Lesen und Schreiben zu lernen, was ihm während seiner Schulausbildung nicht gelungen ist. Das 2. Projekt unterstützte die Elterninitiative der Kinderkrebshilfe des St. Anna-Hospitales, indem wir versuchten, Therapeuthen zu finanzieren, die Jugendliche beraten, die den Krebs überwunden haben, so dass sie in ein normales Leben zurückfinden können.
Für beide Projekte suchen wir auch Paten, damit die Unterstützung über ein Jahr hinaus weitergetragen werden könnte. Während des Weihnachts- und Kunsthandwerksmarktes können Sie sich als Pate für eines der Projekte gerne eintragen!
Die Familie Kreinig, mittlerweile mit Tochter, den Enkelkindern und Freunden engagieren sich jedes Jahr am 3. Adventwochenende unentgeltlich im Angedenken an den Verlust des Sohnes, des Bruders, des Patenonkels oder des Freundes für andere Kinder und Jugendliche.
Jedes Adventwochenende ist in der Nähe des Geburtstages von Igor, der somit immer präsent ist und sein wird. Durch seinen Tod im Wasser hat er es ermöglicht, dass viele Menschen zu Tropfen werden und unsere Welt in der Zeit vor Weihnachten zu einem See wird, der sich bewegt und Kreise der Liebe zieht.
Wir freuen uns über jeden Tropfen und danken all den vielen Spendern und Helfern, die sich bewegen lassen, am Schicksal anderer Jugendlicher teilzunehmen.
Mödling, November 2008 – Familie Kreinig mit Ulrike, Klaus, Tanja, Anna, Valentin, Brigitte und Freunden wie Philipp, Betty, Waltraud, Lisa, Veronika, Christoph.
Allen Ausstellern, dem Wiener Papiertheater, der Wäscherei Lotti, dem Konditormeister Manfred Klaschka , den Mitarbeitern des Österr. Theatermuseums sei besonderer Dank an dieser Stelle gesagt.
Download: Geschichte von Tannenduft&Engelhaar |